Foto Archiv für die Zukunft fit machen

Fotoarchive und Fotosammlungen wachsen schnell und sollen wenn möglich für immer aufgehoben werden. In dem Chaos der Fotodateiformate und der Speichermedien ist es schwer den richten Weg der Archivierung für die Zukunft zu finden.

Lebensdauer von Speichermedien

In vergangenen Berichten sind wir schon auf die Lebensdauer von Festplatten für die Fotoarchivierung und auf Programme zur Synchronisation eingegangen. Aber fest steht, dass die Archivierung auf Festplatten sowie auf CD und DVD keine 100 prozentige Garantie dafür sind, dass die Fotos die nächsten Jahre überdauern. CD’s und DVD’s können durch schlechte Lagerung verkratzen oder durch Feuchtigkeit unlesbar werden oder  in Teilbereichen vereinzelt nicht mehr lesbar sein.

Das gleiche gilt für Festplatten. Viele Fotografen nutzen externe Festplatten, die nur angeschlossen werden, wenn Sie periodisch Ihre neuen Fotobestände auf die externen Festplatten kopieren. Aber die Gefahr dass auf der Festplatte vereinzelte Sektoren unlesbar werden ist sehr hoch. Wie das Schicksal so will, betrifft es meist auch noch ausgerechnet die Sektoren, auf welchen die wichtigsten Fotos gespeichert sind. Eine Rettung der Daten ist nur in den wenigsten Fällen möglich.

Risiko bei zu großen Speichermedien

Festplatten werden auch immer größer und können immer mehr Fotos speichern. Geht nun eine solch große Festplatte kaputt, sind natürlich auch mehr Fotos verloren. Der Schaden eines Datenverlustes  steigt mit der Größe der Speichermedien und wird schnell übersehen.

Doppelt und dreifach sichern

Sein Fotoarchiv auf DVD, Flashspeichern und zusätzlich auf einer separaten Festplatte zu sichern ist mit viel Aufwand verbunden und macht auch so gut wie niemand, obwohl es das Risiko die Daten zu verlieren erheblich minimieren würde.

File- und Backupserver einsetzen

Professionelle Fotoagenturen setzen auf eigene Fileserver, auf welchen die Fotoarchive gespeichert werden. Diese Fileserver sind meist mit einem Raidsystem ausgestattet, dieses ermöglicht die Daten auf mehreren Festplatten zu spiegeln. Das Risiko dass alle Festplatten auf einmal kaputt gehen ist sehr gering. Sollte eine defekt sein, wird diese gegen eine neue ausgetauscht und das Raidsystem spiegelt die Daten automatisch von den vorhandenen Festplatten auf die neue. Dies ist ein bewährtes System, welches auch in anderen Bereichen von Serveranwendungen genutzt wird.

Es besteht aber dennoch die Gefahr dass durch einen selbst Daten aus versehen gelöscht werden. Durch die Raid Spiegelung sind die Daten natürlich dann auf allen Spiegel-Festplatten auch gelöscht. In diesem Fall bietet es sich an einen zusätzlichen Backup-Server parat zu haben, der tägliche Gesamtdatenbestände speichert, auf welche  im Notfall zurückgegriffen werden kann.

Für den Heimbereich und den Hobbyfotografen ist solch eine Variante aber leider nur Zukunftsmusik. Die Anschaffung und die Unterhaltung ist sehr teuer und eignet sich nur für den professionellen Bereich.

Dateiformate in der Zukunft

Ein weitaus größeres Problem sehe ich in dem Chaos der verschiedenen Dateiformate. Fast jeder Hersteller hat für jede seiner Kamera ein eigenes RAW-Format. Zwar hat die Firma Adobe das Format „DNG“ entwickelt, mit welchem diese dem Chaos Einhalt gebieten will, aber ob das irgendwann von allen Kameraherstellern als Standard angenommen wird ist fraglich.

Das meist verbreiteste „JPG“ Format ist leider schon komprimiert und von den Kameras nach speziellen Parametern entwickelt worden, wodurch eine spätere Nachbearbeitung nur bedingt möglich ist. Die Nutzung der Rohdaten im RAW-Format ist also für die meisten Nutzer zwingend notwendig, um auch später die Fotos nach eigenen Wünschen zu entwickeln und zu bearbeiten.

Wechsel der Bildverwaltungs- und Bearbeitungssoftware

Von Zeit zu Zeit kommt es bei Nutzern vor, dass die Software zur Fotobearbeitung gewechselt wird. Mir stellt sich jetzt nur die Frage ob auch jede Software in Zukunft alle alten Dateiformate lesen kann. Denn was bringt mir das beste Fotoarchiv wenn ich 10 Jahre später die Fotos nicht mehr bearbeiten und quasi nichts mehr mit Ihnen anfangen kann.

Fazit

Es bleibt spannend wie sich alles in naher Zukunft entwickeln wird. Zur Datensicherung kann ich vorerst nur empfehlen 2gleisig zu fahren. Brennt eure Fotoarchive gut strukturiert auf DVD’s und lagert diese an einem trockenen und dunklen Ort. Dabei möglichst nur qualitativ hochwertige Rohlinge verwenden. Zusätzlich das Archiv auch noch auf einer externen Festplatte speichern. Dadurch hat man einen schnellen Zugriff auf die gesicherten Fotos bei versehentlichen Löschungen.

Tipp: Mittlerweile sind externe USB-Raid Festplattengehäuse auf dem Markt erschienen. Diese Gehäuse haben 2 Festplatten eingebaut und laufen mit RAID-1. Die Daten werden also auf den beiden Festplatten gespiegelt. Vom Prinzip her ist es das gleiche Verfahren wie bei den vorgestellten Fileservern, nur dass diese Variante nicht immer unter Dauerbetrieb wie der Server laufen muss. Diese Neuerung ist eine Investition wert.

Ein weiterer Tipp ist die Sicherung der Fotobearbeitungssoftware passend zum aktuellen Dateiformat. So hätte man bei einer zukünftigen Nichtunterstützung der Dateiformate immer noch eine Software zur Bearbeitung verfügbar. Vorausgesetzt die Software läuft auf den zukünftige Betriebssystemen, aber vielleicht gibt es ja Emulatoren. Die beste Variante ist das Konvertieren in ein zukunftssicheres Dateiformat.

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