Alternativen für Photoshop

Die Bildbearbeitung Photoshop ist aufgrund der Werkzeuge und Möglichkeiten das Profi-Werkzeug für Fotografen, Grafiker und Designer. Diese Anwendergruppe ist mehr oder weniger bereit den hohen Preis für die Anschaffung zu zahlen. Nach Einführung des Abo-Modells von Adobe unterliegt nun auch Photoshop der Creativ Cloud(CC) und der Nutzer soll eine monatliche Benutzungsgebühr bezahlen. Dies führte zu viel Diskussion und Unmut in der Anwendergemeinde. Wobei sich Kritik und Lob nach meinem Empfinden die Waage halten. Adobe hat inzwischen auf einen Kritikpunkt reagiert und nachgebessert. So wird speziell ein Paket für Fotografie angeboten. Wer aber mit diesem System nicht einverstanden ist sucht eventuell eine

Photoshop Alternative

In meiner Liste der Bildbearbeitungsprogramme habe ich schon eine ganze Reihe von Herstellern zusammengetragen. In wie weit diese Bildbearbeiter eine Alternative sein können, soll in diesem Artikel vorgestellt werden.

Dabei sollte jeder für sich die Fragen stellen:

Welche Grund-Werkzeuge benötige ich?

Soll die RAW-Bearbeitung integriert sein?

Benötige ich Objektivkorrektur?

Grundsatz sollte sein: Nicht so viele Werkzeuge wie möglich, sondern nur so viele wie nötig!

Jedoch muss ich eingestehen, gerade für den Profi-Anwender (der mit Bildbearbeitung sein Geld verdienen muss) gibt es kaum eine Alternative.

GIMP

Die  kostenlose Bildbearbeitung GIMP steht als Photoshop-Alternative gleich an erster Stelle. Entwickelt wird es schon seit 1998 und hat sich in den Jahren zu einer ernst zu nehmender Alternative gemausert. Ursprünglich für Linux und Unix entwickelt existieren inzwischen Versionen für die verschiedensten Betriebssysteme unter anderem auch für Mac OS X vor.  Der Funktionsumfang kann sich sehen lassen, so sind alle notwendigen Werkzeuge für die Bildbearbeitung vorhanden, ebenso Ebenen- und Maskierungsfunktionen.  Es unterstützt Farbpaletten für RGB, HSV und CMYK, intern arbeitet GIMP jedoch mit der RGB-Farbpalette bis 8 Bit Farbtiefe. Die 16-Bit-Farbunterstützung wird voraussichtlich in der Version 2.10 integriert sein.

Für die Anwendung ist natürlich ebenso eine intensive Einarbeitung notwendig, die aber durch ein funktionierendes Forum und vorhandener Dokumentation gut möglich sein sollte. Auch die Erweiterung mittels PlugIns ist vorgesehen. Eigene Arbeitsabläufe lassen sich zudem automatisieren. Dazu wurde speziell der Interpreter Skript-Fu entwickelt, aber auch die Verwendung anderer Programmiersprache wie Perl, Python oder Tcl ist möglich.

GIMP ist OpenSource und unterliegt in der Weiterentwicklung anderen zeitlichen Maßstäben als eine kommerzielle Software. Gewünschte und versprochene Funktionen lassen durchaus länger auf sich warten. Doch mit dem bisherigen Funktionsumfang ist es eine ernstzunehmende Alternative, die unbedingt angetestet werden sollte.

Pixelmator

Pixelmator ist eine Bildbearbeitung für das MAC OS X und somit nur eine Photoshop Alternative für die Mac Nutzer. Der Preis für die aktuelle Version 3.2 liegt bei ca. 27 Euro.

PixelmatorEs enthält eine große Anzahl an Mal-, Retouchier- und Zeichenwerkzeugen sowie über 160 anwendbare Effekte. Aber auch Ebenenstile lassen sich anwenden und es unterstützt 16-Bit pro Farbkanal.
Es unterstützt verschiedene Bildformate wie z.B. PSD, TIFF, JPEG, PNG, PDF,..

Neu in der aktuellen Version ist das Reparatur-Tool zur Entfernung von unerwünschten Objekten oder Bildfehlern, Unterstützung von 16-bits pro Kanal, Layers lassen sich schützen und selektierte Bildbereiche lassen sich in Formen umwandeln.

Pixelmator 3.2 nutzt viele OS X Funktionen und ist auch für das Retina-Display optimiert. Durch die vielfältigen Werkzeuge und gute Integrierung in OS X ist es eine gute Alternative für MAC Nutzer.

Paint.NET

Mit Paint.Net kommt eine Bildbearbeitung die als Alternative nur unter Windows-Systemen genutzt werden kann. Paint.Net wurde ursprünglich als Studentenprojekt begonnen und wird heute von den Programmieren weiterentwickelt, die aber inzwischen für Microsoft arbeiten.

Neben den üblichen Bearbeitungswerkzeugen bietet Paint.Net auch die Bearbeitung mit Ebenen und die Unterstützung von Plug-Ins. Als Besonderheit ist die unendliche History (Undo) zu erwähnen, diese steht aber nur im Standard Dateiformat PDN zur Verfügung und ist in keiner anderen Software verwendbar. Die unterstützten Dateiformate sind BMP, JPG, GIF, TIF, PNG, TGA, DDS und über Plug-Ins auch Weitere wie z.B. PSD.

Mit der neuen Version 4.0 wurde insbesondere die Performance, Effekte und die Bearbeitungstools verbessert.

Photoscape

PhotoscapePhotoScape ist Freeware und bietet mehrere Bildbearbeitungs-Tools unter einer Anwendung an. Dabei ist bisher der größte Funktionsumfang in der Windows-Version vorhanden und die MAC-Version wird nach und nach erweitert.

Die einzelnen Tools sind Bildeditor, Viewer, Batch-Editor für wiederkehrende Arbeitsabläufe, erstellen von animierten GIF, Fotos kombinieren oder auch in Teile zerlegen, ein RAW-Konverter in JPG und Gesichtssuche.

Interessant sind die große Anzahl an Vorlagen für die Erstellung von Collagen, aber auch die schnelle Einarbeitung in die einzelnen Funktionen.

Wer umfangreichere Funktionen benötigt wie Ebenen, Layers, Unterstützung verschiedener Farbpaletten um nur ein paar zu nennen, findet in Photoscape keine Alternative, aber ein sehr gut gemachtes Programm mit einem schnellen Bearbeitungserfolg zum Nulltarif.

PaintShop Pro X6

PaintShop Pro hat eine fast so lange Entwicklungsgeschichte wie Photoshop, wobei es erst unter dem Unternehmen Corel seit 2004 sich immer mehr an Photoshop orientieren soll. So wurde in den letzten Jahren die RAW-Unterstützung weiter verbessert, die Farbunterstützung mit 16 Bit pro Kanal integriert, erweiterte Stapelverarbeitungsfunktionen eingefügt, die HDR-Funktion verbessert und auch die Gesichtserkennung , neue Filter und Effekte ergänzt.

Um die große Anzahl an vorliegenden Photoshop-Plug-Ins für PaintShop Pro nutzbar zu machen wurde die Unterstützung integriert und inzwischen weiter verbessert. Zur Verfügung stehen aber auch Designwerkzeuge wie Pinsel, Texturen, Ebenen und Vektoren. Aber auch notwendige Werkzeuge für den Profi-Bereich wie RAW-Verarbeitung (mit IPTC-Metadaten) , HDR-Werkzeuge , intelligente Schneidefunktionen und Portrait-Retuschierung stehen zur Verfügung.

PaintShop Pro X6 ist nur unter Windowssystemen lauffähig.

PhotoFiltre

Über längere Zeit wurde PhotoFiltre als Geheimtipp gehandelt und ist unter Windows-Usern inzwischen gut bekannt. Es ist eine einfache Bildverarbeitung, die für private Nutzer als Freeware erhältlich ist.

Der Funktionsumfang ist überschaubar und nur für einfache Bildbearbeitungen konzipiert. Wobei Grafikfilter und Effekte vorhanden sind, ebenso die Erweiterungsmöglichkeit mit Plug-Ins von der PhotoFiltre Webseite.

Parallel zur Freewareversion hat der Entwickler Antonia Da Cruz PhotoFiltre Studio als Shareware herausgebracht. Damit ist die Verwaltung von Layers möglich, verbesserte Pinselformen, Generator für animierte GIF’s, Foto-Maskierungstool und die Unterstützung von 8bf-Filtern. Unter dem Begriff 8bf-Filter sind Photoshop PlugIns gemeint, deren Datei-Endung *.8bf lautet.

PhotoFiltre ist, wie auch schon Photoscape keine echte Photoshop-Alternative, aber ein nützliches Tool für schnelle und kleinere Bearbeitungen.

Fazit

Nach der Betrachtung von 6 verschiedenen Bildbearbeitung fällt die Antwort nach einer Photoshop-Alternative ziemlich ernüchternd aus. Eigentlich kann keine der vorgestellten Programme den Funktionsumfang von Photoshop abdecken. Am nächsten kommen hier unter Windwos-Systemen die Freeware GIMP und Paint.NET , sowie die kommerzielle Lösung von Corel mit PaintShop Pro. Für die MAC-User ist es noch etwas schwieriger, neben Photoshop (ursprünglich nur für MAC entwickelt)  hat sich nur Pixelmator als gute Bildbearbeitung etabliert. Eine GIMP-Installation unter MAC OS X war bei mir bisher noch nicht erfolgreich bzw. zu schwierig (Problem sitzt ja bekanntlich meist vor dem Laptop).

Die weiter vorgestellten Bildbearbeitungen sind interessant, für kleine Bearbeitungen völlig ausreichend aber leider keine Alternative.

Grundsätzlich sollte jeder, der eine Bildbearbeitung oder auch eine Alternative sucht, sich ehrlich fragen:

Was will ich mit der Software bearbeiten, welchen Funktionsumfang benötige ich überhaupt, reicht zunächst auch eine  kostengünstige Variante – denn ein Umstieg auf eine höher wertige Software ist ja immer möglich.

Solltet ihr anderer Meinung sein oder auch eine weitere Alternative kennen, dann schreibt einfach in die Kommentare.

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